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Die Mär vom Schlafenlernen und die Frage, wann sie endlich verstummt...

November 2, 2016

Liebes Leben. Heute morgen war ich einfach nur fassungslos. In der Kinderarztpraxis – in der wir uns eigentlich sehr wohl fühlen – hängt ein Riesenartikel über das Schlafverhalten von Kindern. Getreu dem gruseligen Motto des allseits bekannten Buches: Jedes Kind kann schlafen lernen.

 

Grundlage ist ein Interview mit dem Chefarzt der Helios-Kinderklinik Schwerin, Dr. Olaf Kannt. Zitat: „Konsequentes Schlaftraining dauert erfahrungsgemäß eine Woche.“ Demnach seien Eltern selbst schuld, wenn ihre Kleinen schlecht schliefen. Es wird regelrecht von einem Kampf zwischen Eltern und Kindern gesprochen.

 

 

 

Es steht dort, wie in Stein gemeißelt. Als gäbe es keine Alternativen. Ich muss an die jungen verunsicherten Eltern denken, die ihre Kinder mit schlechtem Gewissen schreien lassen, weil es ja so geschrieben steht. Weil der Chefarzt das so sagt. Bei dem Gedanken an die Kleinen könnte ich erst recht heulen.

 

Ob Dr. Kannt mal darüber nachgedacht hat, dass die Natur diesen "gerissenen kleinen Quälgeistern" das Nähebedürfnis ganz bewusst in die Gene gepflanzt hat?

 

Und woher nimmt er seine Annahmen? Hat er in seinem Labor Studien durchgeführt? Und spielt es für ihn ein Rolle, ob sich Kinder auf diese Weise zu gesunden und glücklichen Persönlichkeiten entwickeln, die Vertrauen ins Leben haben, Verantwortung für sich und ihre Umwelt übernehmen und gesunde Beziehungen aufbauen können? Hat er eigene Kinder? Und ist das alles nicht nur eine Rechtfertigung für Eltern, sich möglichst schnell wieder nur um sich selbst kümmern zu können?

 

Kinder ja, aber bitte nur von 7 bis 19 Uhr. Danach muss Ruhe sein. Um jeden Preis. 

 

Nicht mit uns.

 

Nein, nicht jeder ist ein Freund des Co-Sleepings und manche Kinder schlafen von Anfang an ruhiger, wenn sie allein liegen. Aber darum geht es auch nicht. Natürlich muss jede Familie ihren eigenen Weg finden.

 

Aber es sollte nie auf Kosten der Kinder gehen. 

 

 

 Wir schlafen zum Beispiel mit unseren drei Kindern im Familienbett und finden es so schön, dass wir es uns nicht mehr anders vorstellen können. Alle fühlen sich sicher, wohl und geborgen. Oft sind wir so lange bei unseren Mäusen, bis sie eingeschlafen sind. Aber für uns ist das keine verschwendete Zeit, sondern Quality-Time. Familienzeit. Wie ein Ruhepol im sonst manchmal sehr stressigen Alltag miteinander.

 

Und mal ehrlich. Auch wenn es uns Leute wie dieser Mediziner weißmachen wollen: Es ist nicht für ewig. Die Kinder ziehen irgendwann von alleine aus dem Bett aus. Und ohne uns einschlafen können sie dann schon lange. Das kommt nämlich irgendwann ganz von selbst!

 

Geben wir den Kindern unsere Nähe, so lange sie es brauchen. Und sie brauchen es so sehr!

 

Weil sie – wenn noch ganz klein und allein im dunklen Zimmer liegend – noch nicht wissen können, dass Mama gleich nebenan ist. Ihr Instinkt schreit Gefahr. Mittlerweile müsste doch allen klar sein, dass Babys in solchen Situationen Todesängste durchstehen. Dass sie sich nur sicher fühlen, wenn sie Mama hören, riechen oder sehen können. Das liegt einfach in der Natur von uns Menschen und kann selbst durch solch krude Theorien nicht verleugnet werden.

 

Doch auch die größeren Kinder brauchen noch viel Nähe. Jeden Tag strömen so viele Reize und neue Situationen auf sie ein, die verarbeitet werden müssen. Da darf ruhig mal länger gekuschelt werden.

 

Dieser Artikel hat mich sehr wütend gemacht. Ich kann nur an Euch appellieren, liebe Eltern:

Glaubt nicht alles, was man Euch erzählt. Auch nicht, wenn es ein Chefarzt tut. Hört auf Euren Bauch, traut Eurem Mutterinstinkt und Eurem Papaherz...

 

P.S. Bei Schlafstörungen von Erwachsenen wird von Medizinern häufig dazu geraten, erst dann ins Bett zu gehen, wenn man wirklich müde ist. Warum gilt das eigentlich nicht für Kinder? 

 

 

 

 

 

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