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Der Rutsch ins dritte Lebensjahr

February 15, 2017

Liebes Leben. Ich hätte diesen Blog vielleicht nicht nach Dir benennen sollen  – obwohl der Name grundsätzlich gut passt. Aber „Mama heult“ wäre möglicherweise noch passender gewesen...

 

Ja, es ist mal wieder soweit. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt – für unseren Jüngsten und für mich. Zeit zum Zurückschauen, Zeit zum Nachvornschauen, Zeit zum Loslassen und Zeit für ein paar Mamatränen.

 

 

Kurz vor seinem zweiten Geburtstag hat unser Bürschlein einen enormen Sprung gemacht. Von Fieber und Nachtschreck begleitet, hat sich in dem kleinen Mann eine Menge abgespielt. Anstrengende Tage und Nächte – aber ebenso spannende. Ich habe gespürt, dass es kein Infekt war. Nein, da war etwas im Gange: Die erste große Ablösung aus dem engen Kreis der Mama – allein und aus seiner eigenen Entwicklung heraus. 

 

Jetzt, wo es geschafft ist, spricht er locker Fünfwortsätze, will kaum noch gestillt werden und schläft nach einem Gute-Nacht-Schlückchen meistens auch ohne Brust ganz alleine ein. Er will viel mehr Zeit mit seinem Papa verbringen und mischt seine beiden großen Geschwister mächtig auf. Er ist ein munteres Kerlchen und weiß seine Interessen mit so viel Elan zu verteidigen, dass es uns manchmal aus den Latschen haut.

 

 

Eines merke ich deutlich: Ich bin nun nicht mehr allein der Mittelpunkt seines Universums. Das ist wundervoll zu beobachten und schenkt mir wieder mehr Freiheiten. Aber es ist eben auch ein Abschied von einer sehr engen, kuscheligen Zeit, die nicht wieder kommt. Am meisten werde ich wohl das gemeinsame Mittagsschläfchen vermissen. Was war das für ein Luxus!

 

Unsere Tage erhalten nun wieder eine neue Struktur. Als Freiberuflerin habe ich das Glück, nicht zu einer gewissen Zeit am Arbeitsplatz sein zu müssen. Dafür bin sehr dankbar. Das Bürschlein geht schon seit drei Monaten zu seiner Tagesmutter – allerdings nur sporadisch. Er war dort zirka dreimal die Woche vormittags für zwei bis drei Stunden. Ich konnte mal wieder ins Büro und der kleine Mann mit seinen neuen Spielfreunden herumalbern.

Der Gedanke, dass er dort schläft war mir mit Blick auf das Bürschlein bisher nicht richtig geheuer. Das wollte ich im Frühling angehen oder spätestens dann, wenn wir wegen unseres Umzugs auf das Dorf organisatorisch darauf angewiesen sind. Aber nun, wo unser Jüngster groß werden will und durch seinen Sprung innerlich sehr gewachsen ist, kam der Punkt an dem mir klar wurde: ER ist soweit. Ich muss nur noch MIR einen Ruck geben.

 

Ich verdrückte einige Tränen, aber dann lies ich los. Das Bürschlein schlief vorgestern das erste Mal bei seiner lieben Dagmar und es klappte wunderbar...

 

Nun bin auch ich wieder eine „berufstätige“ Mama. Trotz einer Restwehmut fühlt es sich gut an. Ich bin froh, dass wir finanziell bewusst zurückgesteckt haben, um die ersten zwei bindungsintensiven Jahre an seiner Seite sein zu können.

 

Ich glaube fest daran, dass er diesen Schatz – ohne sich direkt an ihn zu erinnern – ein Leben lang ganz fest in seinem Herzen tragen wird. Was für ein Geschenk für uns zu beobachten, dass sich naturgemäß alles von allein entwickelt, ohne dass man es forcieren muss.

 

Ich weiß es ist Utopie, aber ich wünschte mir, dass alle Eltern sich diese Zeit für ihre Kinder nehmen könnten... Liebes Leben, kannst Du daran nicht ein wenig arbeiten?

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