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Nur einen Tag mal kindisch sein

March 15, 2018

Liebes Leben. Du steckst ja voller Abenteuer. Eines Morgens erklärte mir der Zweijährige, dass Feuerwehrmann Sam sofort kommen und ihn retten würde, wenn er mal zufällig in einen See plumpste. Ich erklärte ihm, dass das nicht stimme. Unter anderem, weil Sam weit weg in Amerika wohne. Er protestierte lautstark. Wo er denn lebe, fragte ich. „Na in Opas IPad!“

 

Wie genial. Wenn doch meine Welt auch so einfach wäre. Nur einen Tag. Warum eigentlich nicht, dachte ich. Und dann legte ich los.

 

Zuerst beschloss ich trotz des Winters, mein schönstes Sommerkleid und Glitzerballerinas anzuziehen. Auf eine Mütze würde ich zugunsten eines Kätzchen-Haarreifens verzichten. Beim Frühstück forderte ich Müsli mit Jogurt und Nüssen – aber dann wollte ich doch lieber Brot. Der beste Mann von allen hat ganz schön geschwitzt, weil er hintereinander Honig, Marmelade und Erdnussmus herantragen musste. Das Geschirr ließ ich stehen, irgendwer würde sich schon darum kümmern.

 

Auf dem Weg in die Stadt scheiterte es nur an den mangelnden PS meines Wagens, um an allen anderen Verkehrsteilnehmern links vorbeizuziehen. Ich rief sofort meinen Mann an und sagte ihm, dass ich ein besseres Auto brauche. Sofort. Auf die Frage, woher ich das Geld nehmen wolle sagte ich: „Na vom Bankautomaten, der ist voll davon.“

 

Das Auto parkte ich mitten auf dem Marktplatz, weil das schön dicht am Büro ist. Nach dem Aussteigen merkte ich, dass mir Füße und Ohren fast abfroren. Ich schrie über den ganzen Platz, dass ich sofort eine Mütze und Winterstiefel brauche. Kam aber keiner. Das war natürlich gemein – es hatte mir schließlich KEINER gesagt, dass es SOOO kalt werden würde.

 

Im Büro wollte ständig einer was von mir. Ganz schön blöd, denn ich wollte in Ruhe im Netz surfen. Also tat ich so, als sähe und hörte ich sie nicht. Als ich nach einem Toilettengang – anstatt mir die Hände zu waschen – zehn Minuten lang das Wasser beim Plätschern beobachtete, fragten sie dann, ob alles in Ordnung sei. „Natürlich“ sagte ich und lud sie alle zu uns nach Hause ein. Sie lehnten betreten ab.

 

Nach Feierabend musste ich in die Kaufhalle, etwas fürs Abendbrot einholen. Ich fragte die Kassiererin, was ich alles für 20 Cent bekäme. Die Antwort erschütterte mich. Da ich aber meine Zauberkarte dabeihatte, lud ich den Einkaufswagen voll mit Fruchtzwergen, Nimm Zwei, Milchschnitten und Caprisonnen – denn da sind überall Vitamine drin und darum sind sie gesund.

 

Zuhause angekommen war nicht mehr viel los mit mir. Ich motzte ein bisschen meine Familie an und legte den Kopf auf den Tisch. Natürlich weigerte ich mich, schlafen zu gehen – denn müde war ich trotz später Stunde auf gar keinen Fall. Im Bett wollte mir mein Mann wegen meiner Kapriolen nichts mehr vorlesen. Ich brach in Tränen aus. Das Wasserglas musste ich mir auch alleine holen.

 

Alle waren gemein zu mir. Die Welt funktionierte überhaupt nicht so einfach, wie alle immer behaupteten...

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