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Das Ende eines Sommertages

July 10, 2018

Liebes Leben,

 

manchmal haben es unsere Kinder sehr schwer. Zum Beispiel nach ihren Geburtstagen, die sie sich immer ganz anders vorgestellt haben. Oder nach langen, aufregenden Sommerfesten bei Freunden. Solche, die nach Himbeereis und Holunderbrause schmecken; die vom Himmel mit Sonne, einer Husche und einem Regenbogen geküsst sind. (Also Tage an denen wir finden, dass es unsere Kinder wirklich sehr, sehr gut haben. Und zwar nicht nur, weil am Ende immerwirdie Stockbrotstöcker übers Feuer halten.)

 

Wir könnten uns eigentlich alle an die Hände fassen, in den Sternenhimmel schauen und in die grillendurchzirpte Nacht rufen:

 

„Das Leben ist wundervoll!“.

 

 

 

Aber das zählt in solchen Momenten nicht. Denn der Abend neigt sich dem Ende zu und der Frust über diesen herben Einschnitt sitzt bei den Kindern besonders tief.

 

Warum muss denn alles, was so schön ist, nur immer so schnell zu Ende gehen? 

 

Erfahrungsgemäß wird der Unmut über uns ausgeschüttet. Wir Eltern sagen schließlich „Schluss“, obwohl man noch mit nackten, kalten Füßen auf der schon feuchten Wiese Verstecken spielen und dabei die Lampions zwischen den Bäumen leuchten sehen könnte, zum Beispiel. Da ist es fast nebensächlich, dass manch Kind vor Müdigkeit schon fast ins Lagerfeuer kippt und dass alle zwei Minuten einer heult, weil er sich aus wachsendem Kontrollverlust irgendwo verletzt hat. 

 

Spätestens beim Anschnallen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfahren wir, dass die anderen Eltern viel netter sind als wir. Überhaupt dürfen alleanderen Kinder immerlänger aufbleiben. Und bei denen ist es auch viel schöner! Die haben ein Trampolin. Und ein cooleres Auto. Und eine Nudel-Maschine. Außerdem reisen die bald alle mit dem Flugzeug ins Ausland und nicht immer nur an die Ostsee. Alle anderen dürfen übrigens viel mehr naschen und jeden Tag Brause trinken. Und alle anderen haben so ein Pailletten-Shirt, auf dem das Motiv wechselt, wenn man es nach oben oder unten streicht...

 

Bei letzterem Satz wurde ich neulich wirklich mürbe. „Ach Kinder, Ihr wisst doch gar nicht, wie gut ihr es habt.“ hörte ich mich motzen. „Überhaupt nicht!“ kam es heiser von hinten. Ich drehte mich um und sah, wie eine kleine, trotzige Träne sich unermüdlich ihren Weg durch den Staub eines erschöpften Kindergesichtes bahnte. Ich war so gerührt, dass ich über das Gemecker einfach nur noch schmunzeln musste.

 

„Irgendwann werden sie es wissen.“ flüsterte der beste Mann von allen. Vermutlich hat er Recht.

 

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