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Nichts bleibt, wie es war

November 2, 2018

 

Liebes Leben, heute Nachmittag bat mich meine fast zehnjährige Tochter am Kaffeetisch, ihre Oberarmmuskeln zu befühlen. Das kommt ja immer wieder mal vor. Diesmal aber war ich überrascht. Sie waren doch sehr fest.

 

Ich dachte daran, wie sie am Anfang der Ferien wie eine Wilde trainiert hatte, um im Schwimmcamp Gold zu erringen. Sie war so stolz, als sie alle Disziplinen in guten Zeiten geschafft hatte. Wir waren es natürlich auch. Aber nun sah ich mich genötigt, selbst einmal meinen Bizeps zu tasten. Mit erschreckendem Ergebnis: Der meiner Tochter hatte viel mehr zu bieten als meiner!

 

Wann hatte sich mein Oberarm denn nur zu so einem Wackelpudding entwickelt? Und seit wann war meine Tochter so stark? Ich meine, das ist ein echter Wendepunkt in meinem Mutterleben!

 

Zugegeben, ich war im Sport immer eine totale Nulpe. Ich war die, die am Beckenrand wie ein nasser Sack vorne über – mit allen Vieren nach unten – ins Wasser plumpste, anstatt einen anständigen Kopfsprung hinzulegen. Ich war genau die, die beim Weitsprung immer so kläglich anlief – nur um dann vor dem Brett noch mal zu stoppen, aus purer Angst es nicht treffen. Und die, die beim Schlagballweitwurf nur das „Schlagball“ ernst nahm und das Wurfobjekt mit ungelenker Armbewegung konsequent wenige Meter vor sich auf die Erde klatschte.

 

Aber als Mutter war das alles egal. Ich war – ohne es bewusst wahrzunehmen – immer stärker, schneller und auf vielen Ebenen auch klüger als meine Kinder. Ihre Heldin. Das Muttertier, das sie beschützt, anleitet und großzieht. Und ich habe nie daran gedacht, dass es einmal anders werden könnte. Bis eben, am Kaffeetisch. 

 

Aber natürlich, es ist der Lauf der Dinge: Irgendwann überholen sie einen. Und das ist auch gut so. Ich dachte nur nicht, dass es so schnell gehen würde. Zum Glück haben wir noch eine Weile den Kleinen, der heute Nachmittag stolz auf seinen Ellenbogen tippte und anmerkte, dass er auch ganz dolle stark sei. „Ja, das bist Du!“ antwortete ich, nahm ihn die Arme und drückte ihn diesmal ein kleines bisschen mehr als sonst.

 

 

 

 

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